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Diesen Artikel über die Geschichte Volkratshofens dürfen wir mit freundlicher Genehmigung der Memminger Zeitung veröffentlichen.

Volkratshofen

Mächtig hat sich Memmingen nach Westen ausgebreitet, man könnte es mit dem Zusatz „an der Iller" versehen, seit der Eingemeindung von Volkratshofen samt Ferthofen im Jahr 1978, nachdem Ferthofen bereits 1972 nach Volkratshofen eingemeindet wurde.

Das Dorf ist am weitesten von der Stadt entfernt, trotzdem ist ein paralleler Geschichtsweg zu verfolgen: 1167 erstmals erwähnt, kam es nach 1399 im Kloster Rot a.d. Rot in den Besitz des Unterhospitals, bei dem es dann bis 1803 verblieb. Auch hier war eine Folge davon, dass Volkratshofen seit der Refor-mation evangelisch-lutherisch ist. Die kirchenrechtliche Bindung der Pfarrkirche St. Stephan an das katholisch gebliebene Oberhospital zog jedoch ein Simultaneum nach sich, d. h. die Kirche gehört bis zum heutigen Tag beiden Konfessionen. Auch Volkratshofen ist durch die Lage an der großen Heer- und Handelstraße an den Bodensee geprägt, vor allem aber durch den Illerübergang, dessen Brücke stets umkämpft war; im April 1945 wurde sie von deutschen Einheiten gesprengt.

Eigentlich liegt die Brücke im Dorf Ferthofen, das 1551 erstmals erwähnt wird. Lange war Ferthofen im Besitz der Grafen von Waldburg, die vor allem Interesse an der Zollstelle Ferthofen hatten, ebenso wie die Reichsstadt Memmingen, davon zeugen noch die beiden Zollhäuschen diesseits und jenseits der Iller. Bei der neuen Grenzziehung zwischen Bayern und Württemberg 1810 wurde Ferthofen in einen bayerischen und einen württembergischen Teil getrennt, trotzdem ist Memmingen für beide Teile der Beziehungsmittelpunkt geblieben. Zwischen den beiden Dörfern liegt das bezaubernde Schlossgut Illerfeld, 1784 vom Memminger Patrizier Johann Siegmund von Lupin errichtet und bis zum heutigen Tag im Besitz dieser Familie.

Ein wunderschöner Park umgibt die gepflegte Schlossanlage. Zu Volkratshofen gehören noch die stark bäuerlich geprägten Weiler Brunnen nördlich davon sowie Priemen und Hitzenhofen südlich davon. Durch die relativ große Ent-fernung von der Kernstadt hat sich Volkratshofen seine Eigenständigkeit erhalten, ist noch landwirtschaftlich strukturiert, wiewohl westlich der Bundesstraße ein neuer Dorfteil entstanden ist, der mit Kindergarten und Festhalle bürgernahen Wohn- und Schlafcharakter hat.